Spielbeginn
für alle Spiel-Termine:
21.00 Uhr!
Premierenvorverkauf
Freitag, 28.06.2013: Premiere "Einen Jux will er sich machen"
(Ersatztermin: Samstag, 29.06.2013)
KARTENVORVERKAUF FÜR DIE PREMIERENVORSTELLUNG:
Eintrittskarten sind in Form von Gutscheinen bei folgenden Einrichtungen erhältlich:
- TVB Alpbachtal Seenland (Geschäftsstelle Rattenberg, Infostand Parkplatz West)
- Raiffeisenbank Mittleres Unterinntal (Geschäftsstelle Rattenberg)
- Telefonisch über unser Büro unter: +43(0)5337/935 70 oder 935 71.
Sie erhalten einen Eintrittsgutschein, der an der Abendkasse eingelöst wird.
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"EinenJux will er sich machen"
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Johann (Nepomuk Eduard Ambrosius) Nestroy

Nestroy wurde als Sohn eines Rechtsanwaltes in Wien am 7. Dezember 1801 geboren. Er brach das Studium der Rechtswissenschaft ab und begann eine Sängerlaufbahn in Wien. Er trat dann in Amsterdam, Brünn, Graz und Peßburg auf, bis er 1831 in seiner Vaterstadt als Komiker und Theaterdichter am Theater in Wien engagiert wurde. 1860 zog er sich in den Ruhestand nach Graz zurück, spielte aber auch noch 1861/62 im Wiener Theater am Franz-Josefs-Quai. Am 25.Mai 1862 starb "der Magier des Worts" an den Folgen eines Schlaganfalles in Graz. Im Jahr 1881 wurde der Leichnam exhumiert und in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
Während seiner vierzigjährigen Bühnenlaufbahn hat Johann Nestroy rund 880 verschiedene Rollen gespielt. Nach seiner Opernkarriere wendet sich Nestroy vermehrt dem Sprechtheater zu, spielt zuerst ernste Rollen, beim Publikum findet er aber in komischen Rollen mehr Anklang.
Nestroy wurde immer wieder zur Polizei zitiert und wegen Verstöße gegen die Theaterzensur und Geringschätzung des Publikums arretiert. Er erklärt immer wieder, sich das Extemporieren nicht verbieten zu lassen. Er schreibt für sich selbst vielfach burleske, manchmal satirisch-groteske "Zauberpossen" und Parodien.
ÜBER NESTROY
FERDINAND RAIMUND
»Dann – habe ich allen Respekt vor Herrn Nestroy, wenn er auch gar keinen vor mir hat, aber wenn meine Stücke, so lange sie noch ungedruckt sind, an der Wien aufgeführt werden, so wünsche ich, dass die Hauptrolle in meinem Geiste gegeben wird, wodurch die Stücke allein in ihrer wahren Gestalt erscheinen.« (1832)
FRIEDRICH HEBBEL
»Ich liebe eine gute Posse. So gewiss eine lebendige Fliege mehr wert ist, wie ein aus Marziupan gebackener oder aus Holz geschnitzter toter Adler, so gewiss steht jene höher, wie ein mittelmäßiges Trauerspiel, und so sicher wird ein Kunstvertändiger für einen einzigen Nestroyschen Witz de première qualité eine Million gewöhnlicher Jamben hingeben, die das phrasenhafte und triviale Gedankenleben des sogenannten Dichters umsonst zu verhüllen suchen, wie sie sich auch aufbauschen mögen.« (1849)
KARL KRAUS
»Nestroy ist der erste deutsche Satiriker, in dem sich die Sprache Gedanken macht über die Dinge. Er erlöst die Sprache vom Starrkrampf, und sie wirft ihm für jede Redensart einen Gedanken ab. Der satirische Künstler steht am Ende einer Entwicklung, die sich der Kunst versagt. Er ist ihr Produkt und ihr hoffnungsloses Gegenteil. Er organisiert die Flucht des Geistes vor der Menschheit, er ist die Rückwärtskonzentrierung. Nach ihm die Sintflut. In den fünfzig Jahren nach seinem Tode hat der Geist Nestroys Dinge erlebt, die ihn zum Weiterleben ermutigen. Er steht eingekeilt zwischen den Dickwänsten aller Berufe, hält Monologe und lacht metaphysisch.« (1912)
EGON FRIEDELL
»Nestroys Witterung für alles Komplizierte, Widerspruchsvolle, Vieldeutige, sich Kreuzende und Aufhebende in der menschlichen Natur, seine Gabe, gerade die halben, gemischten, gebrochenen Seelenfarben auf seine Palette zu bringen, macht ihn zum Erben und Fortsetzer Lawrence Sternes und stellt seine Bühnenpsychologie neben die moderne Chromatik eines Wild eund Shaw. Und auch darin erinnert er an die beiden Iren, dass er ganz skrupellos die ordinären Sorten der Bühnenliteratur: das Familienmelodram, den Schwank und die Posse bevorzugte, aber zugleich in höchstem Maß veredelte, indem er ihnen seinen reifen, funkelnden, acettenreichen Geist einpflanzte.« (1931)
ALFRED POLGAR
»Nestroys Dichtung ist das schönste Monumet, das je dem Mutterwitz eines Volkes errichtet wurde.« (1926)





